
Die heutige Globalisierung der Wirtschaft stellt andere Anforderungen an die jungen Fachkräfte als in der Vergangenheit. Bei den Fachkräften von heute und morgen sind nicht nur fachliche und persönliche Kompetenzen gefragt, sie müssen verstärkt auch Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Erfahrungen vorweisen. Ein Auslandsaufenthalt im Laufe der Ausbildung verbessert die späteren Berufschancen der Auszubildenden.
Wir bieten unseren kaufmännischen Auszubildenden seit 2011 die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes zur Verbesserung ihrer Sprach- und Fachkenntnisse.
Bereits im letzten Jahr haben wir ein Pilotprojekt gestartet, um diese Möglichkeiten zu testen. Marc Engelmann, der seine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert, war der erste, dem ein Auslandsaufenthalt ermöglicht wurde. Sein Fazit: „Ich bin erstaunlich gut mit der Sprache klar gekommen und es war wirklich eine Erfahrung für mein Leben. So eine einmalige Chance muss man einfach ergreifen, obwohl sie auch mit viel Arbeit verbunden war.“
Nach dieser positiven Erfahrung haben wir uns entschlossen, allen kaufmännischen Auszubildenden des zweiten Ausbildungsjahres einen solchen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen. In Jahr 2011 waren die Auszubildenden Josephine Kersten, Alina Weber und Tim Asser Anfang Oktober in England und besuchten dort drei Wochen lang das European College of Business and Management in London. Der Lehrplan war sehr vielfältig. Projektarbeit, telefonische Kommunikation, englische Politik und Wirtschaft, und englischsprachige Korrespondenz gehörten zum Ausbildungsumfang. Darüber hinaus standen auch City Touren auf dem Programm. Selbstverständlich wurde nur Englisch gesprochen. „Die ersten drei Tage waren schon hart, denn das Englisch in deutschen Schulen ist etwas anderes als im Lande selbst. Am Ende der drei Wochen haben wir jedoch schon fast auf Englisch geträumt“, fasst Alina Weber ihre Erfahrungen zusammen.
Untergebracht waren die Azubis in Gastfamilien, wo sie ihre Englischkenntnisse im Alltag trainieren konnten. Natürlich war jeder in einer anderen Gastfamilie, so dass kaum Gelegenheit war, Deutsch zu sprechen. „Mein Englisch ist in den drei Wochen viel besser geworden und ich habe auch keine Hemmungen mehr, Kunden in Englisch anzusprechen“, zieht Josephine Kersten Bilanz. Um die englische Kultur kennenzulernen, wurden auch Ausflüge nach London unternommen. Tim Asser ist noch immer begeistert: „Besonders fasziniert hat mich das kosmopolitische Flair in London. Viele verschiedene Kulturen prägen das Bild der Stadt und prägen immer neue Trends.“
Durchgeführt wurde die Maßnahme mit Unterstützung durch das sogenannte Mobilitätsberaterprojekt. Hierüber entstand der Kontakt zum European College of Business and Management. Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) unterstützt. Hensel wurde auf dieses Projekt bereits 2009 durch die IHK Siegen, aufmerksam.
Personalleiter Holger Grafe hält die Auslandserfahrungen in mehrfacher Hinsicht für wichtig: „Wir qualifizieren mit dem Programm die sprachliche, fachliche und persönliche Kompetenz unserer Fachkräfte von morgen für internationale Handlungsfelder. Darüber hinaus geben solche Angebote auch einen Motivationsschub für die Auszubildenden.“
In einem sind sich alle Beteiligten einig: Der Fitnesskurs für die globalen Märkte hat sich gelohnt. Es ist gut, einmal über den Tellerrand hinauszuschauen. Darüber hinaus gewinnt man immer Eindrücke, die man im Beruf und/oder im Privatleben nutzen kann.